Ein Auto in New York zu besitzen lohnt sich für mich nicht, jedoch habe ich nun für 3 Tage einen Mietwagen und da ich ein „Herumstreifen zu Abend“ inspirierend finde, ob zu fuß, auf Gleisen oder Rädern, schnappe ich mir meine Kamera und fahre einfach los. Ziel ist erstmal Downtown Manhattan. Dort ist der europäische Einfluss besonders spürbar, denn nicht nur wohnen hier Menschen vieler verschiedener Kulturen, sondern auch die Straßen sind hier in schönem kurvigen Verlauf.
Ein kleiner Pit Stop im „la esquina“, wo es die für mich besten Tacos der Stadt gibt (zudem eine begehrte speak easy location – mit edlem Restaurant im Keller). Natürlich im Halteverbot geparkt, was in Manhattan für spontane Besorgungen voll normal ist.
Hier sitze ich nun, schaue aus dem Fenster und beobachte das Geschehen vor meiner Nase. Ich wähle bei Dunkelheit und leuchtenden Strassenlichtern gerne eine Langzeitbelichtung, währenddessen ich meine Kamera leicht bewege. Somit entstehen Bilder, die wie mit Pinselstrichen gezeichnet wirken.
Lecker war´s und ich gehe zufrieden zum Auto zurück, welches immernoch mit Warnblinklicht an der gleichen Stelle steht.
Ich fahre los um einen Freund auf der Upper Eastside zu treffen. Genauer gesagt ist es der Designer Stratton mit dem ich unter anderem sehr gerne beruflich zusammen arbeite. Wir haben eines unserer traditionellen Kreativmeetings, die wir ausführlich zelebrieren. Der Verkehr ist fließend, sodass ich meiner Inspiration freien Lauf lassen kann und während der Fahrt in die Lichter der Stadt fotografiere. Da fällt mir im Rückspiegel das Taxi auf. Die Bewegungsunschärfe in diesem Titelbild spiegelt das pulsierende Leben in Manhattan gut wieder. Denn auch bei Nacht sieht Bekanntes anders aus.
Nach 30 Minuten bin ich angekommen und sitze nun auf einer gemütlichen marineblauen Chaiselounge und freue mich darüber, dass mein Freund nicht nur sehr gut, sondern auch leidenschaftlich kocht. Es wird ein grandioser Abend.

